West-Östlicher Divan / GAZA-DIREKTHILFE

Unter dem Überbegriff West-Östlicher Divan versuchen wir weiterhin den Kontakt zum Theaterensemble von Jamal Abu Alqumsan in Gaza zu halten. Es ist zur Zeit schwer, denn der Gazastreifen ist zwar ausnahmsweise mal nicht unter Beschuss, aber zum politisch bedingten Dauer-Lockdown ist der Lockdown der Pandemie hinzugekommen und die ökonomische Situation ist schlimmer denn je. Ist unter diesen Bedingungen Theater immer noch möglich? hat es eine Daseinsberechtigung oder ist es gerade dann “von Nöten”?  Wir konnten Dank eines Stipendiums der Kulturstiftung das ganze Jahr 2020 weiter trainieren und entwickeln neue Formen von Aufführungen, aber für die technisch einwandfreie Umsetzung fehlt es an Drittmitteln. Auch um auch unserem Kooperationspartner in Gaza den Rücken zu stärken, Für SPENDEN wären wir daher sehr dankbar.

Miriam Sachs, Postbank Berlin. IBAN: DE88100 100 10 0 190968106                       
Verwendungszweck: GAZA-DIREKTHILFE

Sowohl  Spenden für das Theaterprojekt selbst, oder den Bau eines neuen Kulturzentrums, als auch Spenden, die ganz einfach Bedürftigen Menschen in Gaza zu Gute kommen (hier werden wir in erster Linie Medikamente kaufen und diese verteilen, können auf das Projektkonto überwiesen werden.

Alle Gelder werden direkt und eigenhändig nach Gaza gebracht und landen genau da, wo sie gebraucht werden, ohne Gebühren und bürokratischen Aufwand. Da das reisen zur Zeit nicht möglich ist, schicken wir das Nötigste viy Western Union weiter.

Die Kooperation mit Gaza begann damit, dass Miriam Sachs einen Beamer nach Gaza brachte im Februar 2018. Sie blieb etwas länger als gedacht, denn das erste Kennenlernen ging fast nahtlos in eine Projektidee über, diese wiederum wurde gleich “angeprobt” und führte zu wunderbaren KOnzept-Skizzen DEMO-FILM, Proben-Impressionen (zu “der alte Mann und das Meer”), so wie dazu, dass Miriam ihren Flug verpasste und sich mit der Hamas auseinanderzusetzen hatte.  (siehe auch Blog). Das Theater Al Mishal an dem die Arbeit begann, wurde leider im August bei dem Luftangriff zerstört! (der Beamer auch), aber Theater kann man auch aus Wohnzimmern heraus machen. es wird um so persönlicher. und verbindet um so mehr. eine HOme-Office-Erfahrung noch vor Corona.

Miriam kam erst im März zurück, mehr denn je überzeugt, dass Theater in Gaza wichtig ist. – ebenso wie Kino (das mehr oder weniger verboten ist) siehe Taz Interview: sachs kino in gaza und ND:  Kino_verboten_NDJuni18_Gaza

Mehr über diese Zusammenarbeit und über Impressionen aus Gaza in unserem Gaza-Projekt-Tagebuch

ÜBERSICHT: “BISHERIGES”

Im Mai 2018 fand Teil 1 statt: WEST-ÖSTLICHER DIVAN

Gaza-BerlinUta Zech (Berlin), Jamal Abu Alqumsan (Gaza)

Wie immer lag der Zauber der Impro-Visionen in der Projektion. Diesmal jedoch nicht nur ganz real im Spiel in und mit Projektionen, sondern auch im Sinne der ganz persönlichen Wahrnehmung und Assoziation. Woran denken wir, wenn wir “Islam” hören? An fremde Religionen? Die Blumen des Koran? An Flüchtlings-Wellen? Terror-Anschläge oder Tausend und eine Nacht? “Wir maßen uns nicht an, den Islam zu verstehen oder den Koran gelesen zu haben (Miriam Sachs ist seit Monaten immer noch nicht weiter als bis Sure 2 gekommen), wir treten mit allen Assoziationen an, so weltoffen wie möglich und politisch uncorrect wie nötig, um freies Impro-Theater machen zu können.”

Dabei hielten wir uns aus Sicherheitsgründen zunächst einmal an unsere vertrauten deutschen Dichter: Was faszinierte  Lessing an den “Muselmanen”? Wie sah das Phantasie-Islam-Weltbild aus, das Goethe [ GoetheIslam2 ] sich zusammenbastelte? und was ersehnte sich Else Lasker-Schüler vom Lande Palästina, das sie als “Prinz Jussuf” durchreiten wollte.

Im Mai waren entstand während der proben wirklich großartiges, die Vorstellung selbst war noch etwas Technik-belasted, aber machte allen Mut, weiter im Spiel zu bleiben.

Immer noch ist der Versuch folgender: ist unser Berliner Theater-Aufbau klar: ein Objekt-Theater-Tisch, an dem live vor den Augen des Pubikums unsere Szenerie entsteht. Gegenstände, vor der Kamera animiert, werden zu Spielpartnern für die Schauspieler, die in der Projektion des Kamerabildes agieren. (Projektion auf transparentem Vorhang). Dieses Spiel findet gleichzeitig statt – bisher auf der großen Bühne der Schaubude. Was, wenn der Objekttisch jedoch im Gazastreifen steht und das Spiel in der Projektion in Berlin? Und/oder umgekehrt? Dieses Experiment ist langfristig angedacht. Wer Lust hat, uns mit Händen und Füßen, Herz und Verstand, Leib und Seele um eine Skype-Verbindung nach Gaza ringen zu sehen, ist herzlich willkommen, diesem Experiment beizuwohnen, das im Laufe von 2019 perfektioniert werden wird.

BEAM ME UP (WEST-ÖSTLICHER DIVAN Teil II)

Am 28. Novembersetzen wir das Experiment mit Live-Stream und gegenseitigen Wahrnehmungen fort. Mißverständnisse und babylonische Sprachverwirrungen, Unvorhergesehens und vor allem viel Spiellust jenseits von Sprache und politischen Limits sind willkommen. diesmal verlagern wir das Szenario in den Weltraum, denn wir haben festgestellt, dass beide Seiten wietaus mehr Spaß haben, in den unendlichen Weiten der Phantasie aufeinanderzutreffen, als den irdischen Kultur-Austausch zu bemühen. Science-Fiction also, durchaus im Sinne der Hoffnung auf bessere Zukünfte, friedliche Zusammen-Künfte und Happy-Endings in Parallel-Welten.

es spielen: in Berlin: Max Howitz, Miriam Sachs, Uta Zech; Musik: Kerstin Kaernbach (Theremin), Leo Solter(Live-Elektro-Krimskrams) in Gaza: Jamal Abu Alqumsan, Deeb Abu Elqumssan (un dmal sehen, wer noch)